16. Oktober 2021

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Bahn und GDL laden zu Pressekonferenz ein

Ist der Tarifstreit bei der Bahn gelöst, die Gefahr weiterer Streiks abgewendet? Deutsche Bahn und GDL wollen in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz Auskunft geben.

Der frühere Bahn-Schlichter Bodo Ramelow geht von einer Lösung des Tarifkonflikts der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL aus.

Beide Seiten haben am Vormittag zu einer Pressekonferenz zum Stand der Verhandlungen geladen, an der auch die Regierungschefs von Niedersachsen und Schleswig Holstein teilnehmen, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU). «Um 10.30 Uhr gibt es die Ergebnisse und zwei Kollegen von mir haben eine wirklich gute Arbeit gemacht», schrieb der thüringische Ministerpräsident Ramelow (Linke) am Morgen auf Twitter.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky würden über den Sachstand der Tarifverhandlungen informieren, hieß es in der Einladung. Die Bahn wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob es zu einer Einigung gekommen sei. Die GDL war nicht zu erreichen.

Die Bahn hatte der Gewerkschaft am Wochenende ein erweitertes Angebot vorgelegt, das diese bislang nicht abgelehnt hat. Die mit der GDL konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft erklärte, sie rechne mit Verhandlungen zwischen beiden Seiten und einem Tarifabschluss in wenigen Tagen.

Die Bahn hatte am Samstag mitgeteilt, der Arbeitnehmerseite mit einer zusätzlichen «Entgeltkomponente» einen großen Schritt entgegen zu kommen. Details veröffentlichte sie nicht. Die GDL kündigte lediglich an, die Offerte zu prüfen und bekräftigte, «zu gegebener Zeit» über weitere Schritte zu informieren.

Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro. Die Entgeltkomponente soll darüber hinaus gezahlt werden. Wie hoch sie sein und wie sie gezahlt werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Die GDL hatte in dieser Tarifrunde bislang dreimal gestreikt und dabei neben Pendlern auch viele Urlaubsreisende getroffen. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.