8. Dezember 2022

Börsenprofi

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Dax dreht dank Wall Street und Bank of England ins Plus

Der Dax hat sich am Mittwoch im späten Handel vorerst aus dem Sumpf der Inflations-, Zins- und Konjunktursorgen befreit. Nachdem der deutsche Leitindex am Vormittag erstmals seit November 2020 unter die psychologisch bedeutende Marke von 12.000 Punkten gefallen war, konnte er am Nachmittag seine Verluste sukzessive reduzieren, die runde Marke wieder überschreiten und letztlich sogar ins Plus drehen. Am Ende gewann der Dax 0,36 Prozent auf 12.183,28 Punkte und schloss fast auf seinem Tageshoch. Der MDax verlor letztlich 0,07 Prozent auf 22.326,58 Zähler.

Die anderen europäischen Leitbörsen konnten sich ebenfalls erholen. Der EuroStoxx 50 legte um 0,20 Prozent auf 3335,30 Punkte zu. In Paris stieg der Cac 40 um 0,19 Prozent und der FTSE 100 in London um 0,30 Prozent. In New York notierte der Dow Jones Industrial zuletzt 1,2 Prozent höher.

Börsianer machten zwei Gründe für die Erholung aus: Die klaren Gewinne an der New Yorker Wall Street und die überraschend wieder aufgenommenen Anleihekäufe der Bank of England.

Auf Unternehmensseite gab es Kursverluste im Bankensektor, wie die 3,4 Prozent tieferen Papiere der Deutschen Bank als Dax-Schlusslicht zeigten. Neben den allgemeinen Konjunktursorgen setzte es den Unternehmen der Finanzbranche auch zu, dass 16 von ihnen laut der US-Börsenaufsicht SEC gut 1,1 Milliarden US-Dollar an Strafe zahlen sollen. Ähnlich böse erwischte es die Titel der Commerzbank mit 3,7 Prozent Minus. Wie am Vorabend bekannt wurde, wird die polnische Tochter mBank das Geldinstitut im dritten Quartal wegen einer zusätzlich gebildeten Vorsorge von umgerechnet rund 490 Millionen Euro weiter belasten.

Größere Dax-Verlierer kamen außerdem aus der Versicherungsbranche, etwa mit Einbußen von 1,8 Prozent bei der Allianz und 1,0 Prozent bei Hannover Rück. Hier belastete auch die Sorge vor Großschäden durch den Hurrikan «Ian», der sich auf dem Weg in Richtung des US-Bundesstaats Florida befindet.

Besonders düster sah es im Stahlsektor wegen einer Branchenstudie der US-Bank JPMorgan aus, die pessimistisch auf die Profitabilität von Stahlprodukten blickt. Für die Titel von Thyssenkrupp ging es um mehr als elf Prozent bergab, Salzgitter büßten mehr als neun Prozent ein.

Zu den größeren Gewinnern zählten Aktien aus dem Gesundheitsbereich. Allen voran galt dies für Morphosys mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent. Nach einem Studienerfolg des US-Konzerns Biogen mit dem Alzheimer-Medikament Lecanemab zog Analyst James Gordon von JPMorgan auch positive Rückschlüsse für den Antikörper Gantenerumab, an dem das Unternehmen gemeinsam mit Roche forscht.

Der Euro erholte sich im späten Geschäft von einem erneuten Fall auf einen 20-jährigen Tiefstand und wurde zuletzt bei 0,9670 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 0,9565 Dollar festgelegt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,01 Prozent am Vortag auf 2,21 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 1,03 Prozent auf 126,89 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,97 Prozent auf 138,23 Zähler.