29. Januar 2022

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Umwelthilfe-Chef: Pfandsystem ein «Erfolgsmodell»

Zum 1. Januar wird die Pfandpflicht deutlich ausgeweitet. Sie soll dann für alle Einwegflaschen aus Plastik gelten. Die Umwelthilfe lobt das bisherige System, hat aber weitergehende Forderungen.

Die Deutsche Umwelthilfe hat das deutsche Pfandsystem, das vom kommenden Jahr an ausgeweitet wird, als Erfolg bezeichnet. «Es hat sich sehr gelohnt.

Das deutsche Einwegpfand ist ein Erfolgsmodell», sagte Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Heutzutage würden «98,5 Prozent der bepfandeten Einweg-Getränkeverpackungen im Handel zurückgegeben und recycelt», sagte er.

Durch die Einführung des Dosenpfands zum 1. Januar 2003 sei auch die «ökologisch schädliche Ausbreitung der Dose» zurückgedrängt worden. Am deutlichsten sei das beim Bier zu beobachten. Der Bier-Anteil in Mehrwegflaschen sei durch das Pfand von 67 auf 80 Prozent gestiegen.

Zum 1. Januar wird in Deutschland die Pfandpflicht deutlich ausgeweitet und soll dann für alle Einwegflaschen aus Plastik gelten. Bislang waren noch einige Frucht- und Gemüsesäfte vom Einweg-Pfand in Höhe von 25 Cent ausgenommen. Mit der neuen Regelung werden auch Getränkedosen ohne Ausnahme pfandpflichtig.

Das Pfandsystem in Deutschland habe sich auch im Vergleich zum pfandfreien System in Frankreich bewährt, sagte Resch. Dort gebe es keinen Geldanreiz für Verbraucherinnen und Verbraucher, ihre Verpackungen zum Recycling in die Supermärkte zurückzubringen.

Dennoch gebe es auch hierzulande noch einiges zu tun, um die Umweltbelastung mit Müll zu bremsen, sagte Resch. Als zentrale Forderung nannte er unter anderem eine Abgabe auf alle Einweg-Getränkeverpackungen von mindestens 20 Cent, die noch auf das Pfand aufgeschlagen werden müsse: «Nur so werden die negativen ökologischen Auswirkungen von Einweggetränkeverpackungen auch im Preis sichtbar.»