15. April 2024

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155 Millionen Fahrgäste: Bahn rechnet mit Fernverkehrsrekord

Die Bahn rechnet für das laufende Jahr mit einem Fahrgastrekord. Damit die Nachfrage auch künftig wächst, will der Bund zusätzliche 45 Milliarden Euro bis 2027 für die Schiene bereitstellen.

Trotz aller Probleme auf der Schiene wächst die Nachfrage im Fernverkehr der Deutschen Bahn weiter: Der bundeseigene Konzern geht für das laufende Jahr von rund 155 Millionen Fahrgästen in den eigenen ICE- und IC-Zügen aus, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen erfuhr.

Das wäre ein Fahrgastrekord im Fernverkehr. Im vergangenen Jahr wurden demnach dort rund 132 Millionen Reisende transportiert. Im bisherigen Rekordjahr 2019 waren es 151 Millionen.

Bahnchef: Klimaziele in greifbarer Nähe

Die Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr auf der Schiene bis 2030 im Vergleich zu 2015 verdoppeln. Dafür braucht es aus Sicht vieler Fachleute und der Branche vor allem deutlich mehr Investitionen in die Schiene. Das Netz gilt an vielen Stellen als völlig überaltert und überlastet. Ein Hauptgrund für die hohe Unpünktlichkeit im vergangenen Jahr.

Die Regierungskoalition hat diese Woche deshalb zusätzliche Milliarden in Aussicht gestellt. Sie geht von einem Investitionsbedarf bis 2027 in Höhe von rund 45 Milliarden Euro aus. Finanziert werden soll das mit den Einnahmen aus der Lkw-Maut, die dafür erhöht werden soll.

Die Bahnbranche bewertete die Einigung überwiegend positiv. «Jetzt sind die Voraussetzungen geschaffen, gemeinsam mit unseren Partnern aus Branche und Industrie unsere veraltete und störanfällige Schieneninfrastruktur konsequent zu modernisieren und zu digitalisieren», teilte etwa Bahnchef Richard Lutz mit. «Mit der Stärkung der Schiene rücken die Klimaziele in greifbare Nähe», hieß es bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.

Das Geld wird dringend gebraucht

Interessenverbände wie die Allianz pro Schiene befürworteten insbesondere, dass nun auch Einnahmen aus der Nutzung der Straßeninfrastruktur für die Schiene verwendet werden können. Bisher durften diese nur wieder in die Straße fließen. Das viele Geld wird dringend benötigt. Ab dem kommenden Jahr wollen Bahn und Bund besonders verkehrsreiche Strecken für jeweils rund ein halbes Jahr sperren und vollständig sanieren.

Das Thema Generalsanierung wird heute auch bei der Vorlage der Geschäftszahlen der Deutschen Bahn für das Jahr 2022 eine Rolle spielen. Im Fokus steht dann aber auch die wirtschaftliche Lage des Konzerns.

Zwar vermeldete die Bahn im ersten Halbjahr 2022 wieder schwarze Zahlen. Das lag aber vor allem an gut laufenden Geschäften bei der Logistiktochter DB Schenker, die die Bahn verkaufen will. Sorgenkinder bleiben hingegen der verlustreiche Güterverkehr und der wachsende Schuldenstand des bundeseigenen Unternehmens.