30. September 2022

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Dax schwach – Brexit ohne Abkommen belastet

Dax schwach - Brexit ohne Abkommen belastet

Börse in Frankfurt:

Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax sein moderates Vortagesminus ausgeweitet. Nach nur leichten Verlusten zum Handelsauftakt ging es rasch deutlicher abwärts.

Im frühen Geschäft sank das Börsenbarometer zuletzt um 0,93 Prozent auf 13.172,12 Punkte. Damit zeichnet sich aktuell ein Wochenverlust von rund einem Prozent ab. Bereits seit einem Monat pendelt der Dax um 13.300 Punkte. Entsprechend hatte sich auch das Wochenhoch am Mittwoch bei 13.454 Punkten letztlich nicht als nachhaltig erwiesen.

Die Stärke des Euro ist einer der Gründe. Belastend kommt hinzu, dass ein neuer Corona-Lockdown in Deutschland immer wahrscheinlicher und außerdem ein Handelspakt zwischen Großbritannien und der Europäischen Union zunehmend fraglicher wird. Beide Seiten rüsten sich inzwischen zunehmend für ein Scheitern. Marktexperte Andreas Lipkow erwartet daher, dass sich die Anleger weiter mit Käufen zurückhalten. «Die institutionellen Investoren werden wohl erst das Ergebnis des EU-Gipfels zum Brexit-Handelspakt am Sonntag abwarten und dann ihre Investmententscheidungen treffen.»

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte gab am Morgen nach einem freundlichen Auftakt um 0,25 Prozent auf 29.620,99 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,83 Prozent auf 3493,23 Punkte.

Unter den Einzelwerten büßte im Dax der Anteilsschein des Versorgers Eon 1,2 Prozent ein auf 9,03 Euro und zählte damit zu den Schlusslichtern. Die US-Bank Morgan Stanley hat die Aktie abgestuft und das Kursziel von 11 auf 9 Euro gekappt. Das Papier des Essenslieferdienstes Delivery Hero legte an der Spitze des Index um 2,5 Prozent zu und nähert sich damit auch wieder seinem vor einem Monat erreichten Rekordhoch.

Für die Aktie des Kochboxen-Lieferanten Hellofresh indes ging der Rekordlauf im MDax weiter. Nach einem Plus von 15 Prozent am Vortag stieg sie um weitere 7,3 Prozent. Die Wochenbilanz ist mittlerweile ein Kurssprung um fast ein Drittel.

Die Aktie des Leasing-Spezialisten Grenke sprang um 7,2 Prozent hoch. Am Vorabend hatte die US-Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit des Unternehmens bestätigt und die Prüfung einer Herabstufung aufgehoben, was ein Marktteilnehmer positiv wertete.

Das Papier des Medizintechnikunternehmens Carl Zeiss Meditec gab nach endgültigen Zahlen und Aussagen zum neuen Geschäftsjahr um 0,8 Prozent nach. Die Fraport-Aktie büßte 1,4 Prozent ein, nachdem der Flughafenbetreiber für November coronabedingt einen heftigen Rückgang des Passagierverkehrs am Frankfurter Flughafen bekannt gegeben hatte.

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