25. Mai 2024

Börsenprofi

Die Börsen im Überblick

Dax stabil nach Rekord – 19.000 Punkte sind nah

Die Kauflaune am deutschen Aktienmarkt könnte sich heute fortsetzen und dem Dax einen weiteren Rekord bescheren. Wenige Minuten nach dem Xetra-Start pendelte der deutsche Leitindex um seinen Vortagesschluss mit zuletzt 18.869,77 Punkten. Damit ist ein weiterer Höchststand nicht weit weg und die Marke von 19.000 Punkten rückt näher.

Die wichtigsten US-Aktienindizes hatten am Vorabend nach den Inflationszahlen neue Höchststände erreicht. Der Preisauftrieb hatte sich in den Vereinigten Staaten im April etwas abgeschwächt. Dies nährte die Hoffnung, dass die zuletzt fragliche Zinswende in den USA doch wieder näher rückt. Notenbankchef Jerome Powell hatte aber erst am Dienstag erneut gegenteilige Signale gesendet.

«Die Zinssenkungsfantasie ist endgültig zurück auf dem Börsenparkett, die Aussicht auf billiges und damit noch mehr Geld treibt die Börsenkurse weiter nach oben», kommentierte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Für den Dax könnten aber die letzten 100 Punkte bis zur nächsten Schallmauer von 19.000 Punkten schwer werden, auch weil das Schwergewicht Siemens eher leisere Töne anschlage mit Blick auf das zukünftige Wachstum, schrieb der Experte. Die Siemens-Aktien sind im Dax schwer gewichtet und verloren am Donnerstag nach dem Quartalsbericht zuletzt 1,7 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,27 Prozent auf 27.525,49 Zähler. Der EuroStoxx 50, das Leitbarometer der Eurozone, stand knapp im Minus.

Dax-Konzerne in Summe mit schwachem Jahresauftakt

Deutschlands Börsenschwergewichte sind in Summe vergleichsweise schwach ins laufende Jahr gestartet. Während Banken beflügelt von der Zinswende im ersten Quartal ein deutliches Gewinnplus erzielten, legten etwa Autohersteller nach den Rekordgewinnen aus dem Vorjahr nun schwächere Zahlen vor.

Zusammengerechnet sank der Umsatz der Dax-Konzerne zum Vorjahresquartal um 3,6 Prozent auf rund 449 Milliarden Euro, wie das Beratungsunternehmen EY mitteilte. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der 40 Unternehmen in der ersten deutschen Börsenliga ging demnach in Summe um 1,9 Prozent auf knapp 47,3 Milliarden Euro zurück.

«Die schwache weltweite Konjunkturentwicklung hinterlässt zunehmend Spuren in den Bilanzen der Dax-Konzerne», bilanzierte der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung, Henrik Ahlers. «Die Industrienachfrage bleibt auf einem niedrigen Niveau. In vielen Branchen sind Überkapazitäten, hohe Kosten und Preiskämpfe zu beobachten.»

17 Unternehmen mussten einen Gewinnrückgang hinnehmen, darunter die Autohersteller BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen. 20 Unternehmen verzeichneten einen zur Vorjahresperiode gestiegenen Gewinn vor Zinsen und Steuern. Den höchsten operativen Gewinn der Unternehmen im Deutschen Aktienindex verbuchte der Auswertung zufolge im ersten Quartal die Deutsche Telekom mit rund 5,7 Milliarden Euro.

Beim Umsatz ging es für 21 der Unternehmen, deren Zahlen in dieser Kategorie berücksichtigt wurden, abwärts. 16 Unternehmen berichteten über steigende Erlöse im Vergleich zum ersten Quartal 2023. Das stärkste Umsatzwachstum verbuchte dabei die Deutsche Börse mit gut 16 Prozent Plus. Die größten Umsatzrückgänge verzeichneten die Energieversorger Eon (minus 32,5 Prozent) und RWE (minus 29 Prozent).